Novum

Es passiert, bevor es passiert

Gemeinsam gegen Gewalt - gemeinsam für Zivilcourage!

Aus dem letzten Jahr sind uns noch die vielen erschütternden Berichte zu Gewalt an Frauen, die leider in zu vielen Fällen zu Morden an Frauen führten, noch in Erinnerung. Auch wenn wir in unserer Region keinen Femizid im letzten Jahr verzeichnen mussten – das Thema Gewalt in der Partnerschaft ist auch im ländlichen Raum sehr präsent. In der Beratung im Novum – Zentrum für Frauen und Mädchen wird häufig von Gewalterfahrungen in Beziehungen berichtet. Frauen und Mädchen erzählen nicht nur von Abwertung und Kontrollverhalten ihrer Partner, sondern auch von körperlichen Gewalterfahrungen.

Aktuelle Zahlen

Österreich ist das einzige EU-Land, in dem mehr Frauen als Männer ermordet werden und das Jahr 2021 zeigt einen Anstieg der Femizide: 31 Morde an Frauen, davon 30 – mutmaßlich – durch (Ex-) Partner, Bekannten oder Familienmitglied verzeichnen die autonomen Frauenhäuser Österreichs aufgrund ihrer Analyse von Medienberichten. Im Jahr davor berichteten die autonomen Frauenhäuser Österreichs von 24 Femiziden in Österreich.

2015 gab es laut einem Bericht der Salzburger Nachrichten insgesamt 17 Morde an Frauen in Österreich.  Seit diesem Jahr gab es ausschließlich eine höhere Anzahl an ermordeten Frauen. Es gelang nicht, die Morde an Frauen gegenüber der Zahl von 2015 stabil zu halten, geschweige denn, sie zu verringern.

Femizid ist die vorsätzliche Tötung einer Frau durch einen Mann aufgrund ihres Geschlechts bzw. aufgrund von „Verstößen“ gegen die traditionellen sozialen und patriarchalen Rollenvorstellungen für Frauen. Femizide gehören daher zu den Hassverbrechen. Die Definition geht auf die südafrikanische Soziologin und Autorin Diana Russell zurück, die 1976 eine der ersten war, die den Begriff verwendete.“

„Es passiert, bevor es passiert III“ – ein weiterführendes Projekt im Jahr 2022

„Es passiert, bevor es passiert“, oder vielmehr: „Es passiert, bevor es passiert III“ – Empowerment.Zivilcourage.Multiplikatorinnen, ist ein Projekt  zur Aktivierung von Zivilcourage in der Gewaltprävention durch Schulungen und durch weitere breite Streuung von wichtigen Informationen zu diesen Themen. Das langfristige Ziel ist es, möglichst früh gewaltbetroffenen Mädchen und Frauen an professionalisierte, wohnortnahe Institutionen des Gewaltschutzes zu vermitteln.

Bei dem aktuellen Projekt sind erneut 5 Frauen – und Mädchenberatungsstellen aus der Steiermark beteiligt, u.a. auch Novum – Zentrum für Frauen und Mädchen mit den Zweigstellen in Murau und in Zeltweg.

Im Rahmen des neuen Projektes wird ein Schulungsprogramm entwickelt, das es Teilnehmerinnen ermöglichen soll, genauer hinzuschauen, um Gewalt in Beziehungen rechtzeitig erkennen zu können. Weitere Inhalte werden Gewaltformen, rechtliche Informationen, Tipps zur Zivilcourage sein. Auch wird es die Möglichkeit geben, selbst auszuprobieren, wie man am besten aktiv werden kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die Teilnehmerinnen können bei den Workshops auch innerhalb der Gruppe üben, selbst Vorträge oder Workshops zu planen und lernen Vortragstechniken sowie andere Methoden der Wissensvermittlung kennen. Dieses Know – How kann bei Bedarf in Einzelcoachings, die nach der Schulung angeboten werden, vertieft werden.

Das Besondere an diesen Schulungen ist, dass es keine Vorkenntnisse braucht und jene eingeladen sind, die aktiv etwas gegen Gewalt in Beziehungen unternehmen wollen. Damit können die Teilnehmerinnen aus der Workshop – Reihe viele Informationen mitnehmen, sich mit anderen Interessierten gut vernetzen und lernen, selbst dieses Wissen gezielt weiter zu geben.  

Jede Schulungsteilnehmerin entscheidet dann selbst über die für sie bestmögliche Form der Informationsweitergabe.

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